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Asien

Bagan und Mandalay

Bagan, ein trockenes Tal am Irrawaddy-Fluss im Zentrum Myanmars, war einstmals Heimat einer Königsstadt. Noch heute findet man über 2000 buddhistische Tempel auf einem Gebiet von knapp 30qm. Mit dem Fahrrad sind wir bei unglaublichen 42°C durch die trockene Steppenlandschaft geradelt um die verschiedenen Tempel zu besuchen. Der Hitze zum Trotz haben wir Pferdekutschen und Ochsenkarren überholt und am Abend den Sonnenuntergang auf der Spitze eines Tempels genossen. Ein wunderschönes Bild, wenn die untergehende Sonne die Backsteinfassaden der Pagoden in flammendes Rot tüncht. Mount Popa, ein erloschener Vulkan und Wohnstätte der “Nats” haben wir mit einem Guide besucht. “Nats” sind soetwas, wie die Schutzheiligen des Landes, tragisch ums Leben gekommene Helden der Geschichte. Man opfert ihnen Blumen bevor man die endlosen Treppen zum Tempel auf dem Vulkan zurücklegt (am besten in großem Abstand zu den streitsüchtigen Affen, die auf der Treppe hausen). Unser Guide, U Thaung Lwin, wollte uns unbedingt seiner Meditationslehrerin vorstellen, also haben wir Halt in einem buddhistischen Kloster gemacht. Dort hat uns Nwan Ne Weddy, eine alte Nonne, herzlich empfangen, mit Bananen verköstigt, das Klosterleben erläutert und uns eine kleine Einführung in die Kunst des Meditierens gegeben. Übrigens kann jeder, der gewillt ist, einen Monat, ein Jahr oder gerne auch den Rest seines Lebens in diesem Kloster verbringen und sich 9 Stunden am Tag der Meditation hingeben (Kost und Logis inklusive)…
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Nach diesem Einblick ins buddhistische Leben, die Geschichte des Landes und ner Menge Palmzuckerschnaps und –bonbons sind wir zur letzten Etappe unserer Birmareise aufgebrochen: Mandalay. Die alte Königsstadt hat wahrhaft kaum etwas königliches an sich. Nach 2 Wochen in der Natur und kleinen Dörfern erschrickt man bei all dem Verkehr, dem Dreck und der Lautstärke in Mandalay. Selbst das Auftreiben von genießbaren Speisen ist fast unmöglich. Nachdem Matthias fast eine Woche mit Fieber im Bett gelegen hat, sind wir wieder etwas skeptischer in Sachen Essen…aber umsetzen kann man die guten Vorsätze kaum…meist bleibt nur Frittiertes, Kekse oder Obst. Nicht zu vergessen: das Stromnetz ist so instabil, dass praktisch stündlich der Strom ausfällt, weswegen die Straßen gesäumt sind von Generatoren. Die tragen dann wiederum zum einmaligen Geräuschchaos der Stadt bei. Immerhin, im Zentrum der Stadt gibt es eine Oase der Ruhe: der alte Königspalast umgeben von Bäumen, einer Mauer und einem Kanal. Wenn man bei weit über 40°C den 6km-Marsch um das Fort bewältigt hat (als Tourist muss man zwangsläufig einmal herum laufen, da nur der entfernteste Eingang von Ausländern betreten werden darf), kann man in den alten königlichen Hallen wandeln und vom Aussichtsturm die ganze Stadt überblicken. Der Rest des riesigen Forts ist “militärisch sensibles Gelände” und darf (wer hätte es gedacht) nicht betreten werden…
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