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In den Silberminen von Potosi…

arbeiten heute rund 10000 Bergleute. Schon die Inka förderten hier Silber, später die Spanier, dann ein staatliches Minenunternehmen und heute die Bergleute in einer “Cooperativa”. D.h., die Bergleute, die meist im Familienverbund Untertage nach dem wertvollen Metall graben, sind heute “fast” ihr eigener Herr (wenn man von der Londoner Börse absieht). Wie auch immer, hier hat man die Gelegenheit von Ex-Bergleuten durch die Minen geführt zu werden, sich mit den Arbeitern zu unterhalten und etwas über deren Glauben und Alltag zu erfahren. Dabei wird “El Tio” regelmäßig um mehr Erfolg bei der Silbersuche gebeten. Um “Tio” gnädig zu stimmen, werden mit ihm Cocablätter und 96%-iger Alkohol geteilt. (vermutlich die zwei wichtigsten Substanzen um es dort unten auszuhalten).

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Blick von der Mine auf Potosi

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In der Mine mit “El Tio”

P.S.: Damit die Bergleute den Führungen gegenüber aufgeschlossener sind, werden kleine Mitbringsel in Form von Sprengstoff, Alkohol oder Cocablätter als Geschenke überreicht. Diese können übrigens einfach im Landen um die Ecke gekauft werden.

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“Nuestra Senora de la Paz”, die Hauptstadt Boliviens

Doreen: Gut, La Paz ist nur der Regierungssitz, dafür aber der höchstgelegenste der Welt. Eine atemberaubende Stadt … wörtlich und im übertragenen Sinne. Vor 5 Tagen sind wir in Bolivien angekommen und haben die ersten 2 Tage in Copacabana am Titicaca-See verbracht: gutes Essen, tolle Unterkunft mit Panoramablick auf den See… schön zum Entspannen und Füße schonen (die ersten Verschleißerscheinungen an Fuß und Schuh machen sich bemerkbar). 3 Stunden Busfahrt später haben wir uns in La Paz wiedergefunden. Eine riesige und hektische aber erstaunlich einladende Stadt: die Menschen sind unglaublich gastfreundlich und die Unterkünfte im Vergleich zu Peru (bei gleichen Preisen) um einiges komfortabler. Auf dem sogenannten Hexenmarkt gibt es tote Lama-Föten (wahlweise auch abgepackt in einer Geschenktüte mit Bonbons), Kräuter und Elixiere gegen alle erdenklichen Leiden und getrocknete Frösche mit brennenden Zigaretten im Maul… die Bolivianer sind ganz schön abergläubig. Heute waren die Straßen vollgestopft von Menschen, die Luft mit Weihrauch geschwängert, Modellautos, –häuser und Spielgeld gehen von Hand zu Hand um im kommenden Jahr für materielles Glück zu sorgen. Die Priester wurden dem Ansturm von Menschen vor der Kathedrale nur noch mit Spülbürsten und Eimern voll mit gesegnetem Wasser Herr. Ne Menge Eindrücke gibt es hier zu verarbeiten….mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

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Matthias: Neben den städtischen Erlebnissen gab es dann aber noch ein ganz besonderes Schmankerl. Die sogenannte “Death Road”, das sind mehr als 60km unbefestigte Serpentinen die von 4700 auf 1200 Höhenmeter ins Tal führen. Bei teilweise Spitzengeschwindigkeiten von über 60 km/h an bis zu 200m tiefen Abhängen ein echt geiler Adrenalinkick für zwischendurch. Zwinkerndes Smiley

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Lineas de Nazca y Cementerio de Chauchilla

Nach dem Aufenthalt in der Oase ging es frühmorgens Richtung Nazca. Vom Bus ins Taxi und anschließend direkt in ein kleinmotoriges Fluggerät, um die vor allem durch Erich von Däniken bekanntgeworden Nazca-Linien aus der Luft zu bestaunen. Der Flug dauerte nur 30 Minuten reichte aber aus um 12 Figuren anzufliegen und bei einigen um keine gute Figur abzugeben. Durch waghalsige Flugmanöver wurde dem ein oder anderen etwas flau im Magen.
Nach dem Flugabenteuer (vor dem man übrigens ausführlich gewarnt wird, da es in der jüngsten Vergangenheit zu mehren Unglücken kam) haben wir noch den Friedhof der alten Nazcakultur besucht. Hier sind mehrere Gräber der bis zu 2000 Jahre alten Mumien zu besichtigen. Diese “sitzen” in Ihren Gruben völlig offen inmitten von Sand und weiteren Knochenresten, die durch Grabräuber in alle Himmelsrichtungen verstreut sind. Übrigens bedeutet Nazca “Tal der Sorgen” und wurde von den Eroberern der Inka-Periode so benannt. Wobei das Tal zur Zeit der Nazca eher tropisches Klima hatte, was z.B. auch die Darstellung des Kolibri sowie mumifizierte Papageien erklärt.

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Feliz Navidad

Nach unvergesslichen tierischen wie menschlichen Erlebnissen ist nun unsere Zeit auf der Rancho Santana in der Nähe von Pacora fast vorbei. Nachdem die Anzahl an reifen Früchten und Federvieh durch unser Anwesenheit erheblich reduziert wurde, ist es Zeit (Nach den Feiertagen) in Richtung Süd-Peru aufzubrechen. Auf diesem Wege wünschen wir Allen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest!

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Chachapoyas

Chachapoyas ist nicht nur ein Ort in den Anden, sondern auch Name eines hier ansässigen Naturvolkes vor der Inka-Periode. Von der kleinen Stadt aus haben wir Revash und Kuelap besucht. Beides sind bauliche Zeugnisse eben dieses Volkes.
Revash: dies sind kleine Mausoleen, die in den Felsen der Anden erbaut wurden. Dort wurden die mumifizierten Körper wichtiger Personen aufbewahrt um über die Lebenden zu wachen (um sie “handlicher” zu verpacken, hat man ihnen Knie und Ellenbogen gebrochen und sie in Fötusstellung positioniert). Diese Mumien kann man sich im nahegelegenen Museum in Leymebamba anschauen.
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Kuelap ist ein riesiges Fort und wurde zur Verteidigung des Chachapoyas-Gebietes erbaut. Hier haben wir endlich unsere ersten freilebenden Lamas auf knapp 3000m Höhe angetroffen. (Wer genau hinsieht, entdeckt auf den Fotos eines. Zwinkerndes Smiley)

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Südamerika

Banos, Alausi, Cuenca und der Zug zur Teufelsnase

Nach mehreren Tagen der zwangsweisen Internetabstinenz können wir erst heute wieder unseren Blog aktualisieren. Hier also ein kurzer Abriss der vergangenen Tage:
Nach unserem Besuch des Vulkans Cotopaxi sind wir direkt nach Banos (Santa Aqua) gefahren. Von dem bei den Einheimischen für seine heißen Quellen bekannten Kurort haben wir uns nicht zuletzt Linderung unserer Erkältung versprochen. Weil der kleine Ort so gemütlich und unsere Unterkunft herrlich komfortabel war, haben wir unsere “Reha” gleich auf 4 Tage ausgedehnt
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Auch hierzulande wird die Weihnachtsdeko schon rausgeholt.
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Lecker Meerschweinchen vom Holzkohlegrill…

Den kleinen Ort Alausi wählten wir, um mit dem “Tren a La Nariz del Diablo” zu fahren. Im Vorfeld hatten wir mehrere unterschiedliche Meinung zu dieser Attraktion gehört. Schlussendlich war die Fahrt im Zug durch ein einsames Andental um die Teufelsnase wirklich schön, wurde aber zu sehr zur Touristenattraktion ausgebaut. Früher konnte man die Fahrt auf dem Dach des Zuges genießen, bis sich zwei Touristen an einer Oberleitung enthaupteten. Heute gibts eine Reiseleitung, tanzende Einheimische und Preise wie bei der deutschen Bahn…nicht mehr sehr authentisch.
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Cuenca lag auf unserem Weg Richtung Süden. Die Stadt selbst ist eine von denen, in der man einfach nur eisessend im Park sitzt und die Szenerie der prachtvollen Kolonialgebäuden genießt. Zudem waren wir in einem Museum und haben  uns über die Geschichte der Naturvölker und Schrumpfköpfe von Ecuador schlau gemacht.
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Südamerika

Ecuador: Quito

Wir landeten früh um zwei in Quito und wurden von “Senna” unserem Taxifahrer mit ca. 100km/h und völliger Missachtung von Verkehrsampeln relativ zügig zu unserem Hotel katapultiert. An diesem Abend haben wir schon eine Vorahnung davon bekommen (als wir unsere Rucksäcke die Treppen hinauftrugen), was es heißt die Örtlichkeiten von quasi Höhenmeter 0 m (Karibik) auf 2850 m (Quito) zu wechseln. Man fühlt sich als wenn man plötzlich 50Jahre älter wäre (jedenfalls stellen wir uns das so vor), da kein normales Vorankommen möglich ist ohne Hyperventilation und nahendem Kreislaufkollaps. Die darauffolgenden Tage haben wir die Neu- und Altstadt von Quito erkundet und etwaige Anstrengungen gemieden.
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Mittelamerika

Livingston: aus aktuellem Anlass

Für all jene, die es schon in den Nachrichten gesehen oder gelesen haben: uns geht es gut. Das Erdbeben der Stärke 7,2 hat v.a. an der Westküste Guatemalas für eine Menge Schäden gesorgt. Gott sei Dank befinden wir uns gerade hunderte Kilometer weiter im Osten nahe der Atlantikküste in Livingston. Heute Morgen hat mal kurz das Bett gewackelt. Da unser Hostel aber auf Stelzen im Wasser steht, haben wir das aber auf alles mögliche Andere geschoben. Komisch wurde es dann erst, als wir ausgerechnet zum Gipfel des Erdbebens auf der höchsten Brücke der Stadt (die wahrhaft keinen stabilen Eindruck macht) standen und den Ausblick auf den Lago Izabel und den Rio Dulce genossen. Plötzlich fing die ganze Brücke mehrmals an zu schwanken: mir wurde es ganz anders. Matthias hat fröhlich Fotos gemacht und behauptet, dass ist bestimmt immer so (wegen der LKWs). Meiner Meinung nach sollten Brücken dieses Ausmaßes nicht wackeln, was Matthias aber nicht davon abgehalten hat Witze zu machen (“über dem Wasser sind wir doch am sichersten!”). Das dem Ganzen kein Konstruktionsfehler sondern ein schweres Erdbeben zu Grunde lag, haben wir dann erst am Abend in den Nachrichten gelesen… Wir haben unseren Ausflug nichtsahnend fortgesetzt und ein altes Fort zur Verteidigung der Stadt vor Piraten besucht und genießen inzwischen wieder Cocktails auf unserer “schwimmenden Unterkunft”.
http://www.spiegel.de/panorama/erdbeben-in-guatemala-mexiko-el-salvador-verletzte-und-schaeden-a-865960.html

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Blick von besagter Brücke auf unser Hostel am Ufer des Rio Dulce

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de San Felipe

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Mittelamerika

Antigua und der Tanz auf den Gräbern von Santiago Sacatepéquez

Nach einer sechsstündigen Fahrt sind wir in Antigua, der ehemaligen Hauptstadt des Landes, angekommen. Antigua liegt in einem wunderschönen Tal und ist von drei riesigen Vulkanen umgeben, wobei einer im Moment aktiv ist. Die Vulkane sowie Erdbeben haben diesem Ort in der Vergangenheit erhebliche Schäden verursacht, welche heute noch an den größeren historischen Gebäuden sichtbar sind. Merkwürdigerweise ist dies vielleicht ein Grund für den besonderen Charme dieser Stadt.
Nachdem wir Antigua zu Fuß ausgiebig erkundet hatten, haben wir uns dazu entschlossen am “Todos Santos”  den kleinen Ort Santiago Sacatepéquez zu besuchen. Dieser ist für sein “Drachenfest” auf dem örtlichen Friedhof bekannt. Wahnsinn, was auf einem Friedhof so alles veranstaltet werden kann. Kleine Kinder sprangen von Grab zu Grab, Jugendliche ließen Drachen steigen, die Eltern tranken Bier und fliegende Händler zogen ihre Karren über frische Grabhügel. Naja, muss man mal gesehen haben, ich habe mir jedenfalls auch einen Drachen gekauft und fleißig bei der bizarren Sause mitgemacht. Zwinkerndes Smiley Neben kleinen Drachen, gab es auch einige meterhohe, von den umliegenden Dörfern gebastelten zu bestaunen. Auch der Weg zum Friedhof hatte es in sich. Auf den wenigen Straßen herrschte ausgelassene Stimmung. Vorwärts ging es nur im Strom mit tausenden von Menschen vorbei an zahllosen Straßenständen (an denen mal mehr und mal weniger Schmackhaftes angeboten wurde). Zwischendurch drängeln sich Motorräder, Autos und Busse während Polizisten mit MGs verzweifelt versuchen Ordnung ins Chaos zu bringen… Ein bizarres Spektakel!

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Mittelamerika

San Cristóbal de las Casas

Die auf 2200 m gelegene Stadt im Hochland von Chiapas soll vorerst unsere letzte Destination in Mexiko sein und gleichzeitig als Ausgangspunkt für den Grenzübertritt nach Guatemala dienen.
Die Stadt selbst überraschte nicht nur durch die indigene Bevölkerung, Kolonialarchitektur und buntes Markttreiben sondern auch mit kühlen Nächten. Seit langer Zeit tragen wir wieder lange Hosen etc. Besonders in der Nacht fallen die Temperaturen deutlich unter 10°C. Von San Cristobal aus besuchten wir zwei Dörfer (Chamula und Zinacantán) in der unmittelbaren Umgebung. Wir hatten einen guten Guide, der uns die Kultur der heute lebenden Nachfahren der Maya näher brachte. Respektiv war dies sogar besser für uns, da letztes Jahr ein Amerikaner aufgrund seines “Fehlverhaltens” für ein paar Tage inhaftiert wurde. Dieser hatte in der Kirche/Gebetshaus fotografiert, jedoch glauben die Maya, dass dadurch ihre Seele gestohlen wird, was den freundlichen Umgang verständlicherweise einschränkt. Darüberhinaus sind auch weitere bizarre “Verhaltensweisen” wie z.B. das Töten von Hühnern und Trinken von Softtrinks (z.B. Coca Cola) in der Kirche als Teil der Gebete zu beobachten. Danach besuchten wir die zivilen und spirituellen Führer der Orte und erhielten einen tollen Einblick in die Kultur. Die teilautonomen Orte haben ihre eigenen Gesetze, Polizei und akzeptieren den Vatikan nicht. Das äußert sich zum Einen in den “uns” fremden religiösen Ritualen und zum Anderen in der Art wie Straftaten geahndet werden. Mitten auf dem Marktplatz werden die Straffälligen in einem öffentlich zugängigen Gefängnis zur Schau gestellt. Die Palette reicht von Haft, Ausschluss aus der Gemeinschaft bis hin zur Verbrennung. Und das alles in Mexiko!
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