Was konnten uns schon der Franz Josef- und der Fox-Gletscher nach der bitteren Kälte der letzten 3 Nächte anhaben? Also haben wir uns aufgemacht um beide zu erkunden. Das Besondere an den beiden Gletschern ist, dass außerhalb der arktischen Region keine Gletscher in so geringer Höhe und so nahe an der Küste zu finden sind. Der Weg zu den beiden führt außerdem durch dichten Regenwald! Zum kleineren Franz Josef sind wir spaziert und haben die Gletscherzunge nur aus einigen hundert Metern Entfernung gesehen. Um dann auch noch hautnah an die kalte Pracht zu kommen, haben wir einen Fox-Trott (ja, so einfallsreich sind die Kiwis in der Vergabe von Namen für Wanderungen) gemacht – das heißt eine halbtätige Gletscherbesteigung mit allem was man braucht: Guide, Spitzhacke, Wanderstöcke, Spikes und anständige Bergschuhe. Beeindruckend, auf den Eismassen zu stehen und zwischen den Spalten zu wandern…ein tolles Erlebnis!
Author: Doreen
Auf dem Weg Richtung Süden kommt man zwangsläufig an Wellington vorbei. Von der Hauptstadt Neuseelands aus fuhr unsere Fähre nach Picton auf der Südinsel. Aber vorher haben wir uns einen Tag Zeit genommen für die Stadt an der Küste und haben den Hafen, das Te Papa Museum, Parlament und all die übrigen Sehenswürdigkeiten der Stadt besucht. Morgens um 8 fuhr dann unsere Fähre und schon nach 3 Stunden genossen wir den Blick auf die schöne Küstenlandschaft der Südinsel und saßen bei Fish und Chips in Picton.
Ab da ging es an die Golden Bay westlich des Nationalparks, wo wir 2 Tage an den tatsächlich goldfarbenen Stränden zugebracht haben. So toll die Strände auch anzuschauen sind, zum Baden ist es dann leider doch zu kalt. Der Abel Tasman Nationalpark ist aber einfach zu schön, um schnell weiterzureisen, also haben wir beschlossen den Coastal Track zu wandern. Anstatt der möglichen 5 Tage haben wir aber auf 2 abgekürzt. Nachdem alle Habseligkeiten, viel warme Kleidung und ein paar Rationen Dosenfutter in den Rucksäcke verstaut waren, sind wir zur ersten Hütte am Anchorage Bay augebrochen. Nach 5 Stunden entlang toller Strände und durch dichten Busch waren wir am Ziel. Der idyllische Strand war dann doch zu einladend und wir vom Wandern aufgeheizt…also ab in die eiskalten Fluten. Nach der schlaflosen Nacht im Matratzenlager dann der zweite Teil der Wanderung. Von unserem Ziel, der Bark Bay sind wir dann mittels Wassertaxi zurück zum Ausgangspunkt. Diesmal hab ich mich wirklich auf eine warme Nacht im Auto gefreut.
Auf unserem Weg ins Zentrum haben wir nach einem kurzen Abstecher an den Hot Water Beach in Rotorua Station gemacht, der geothermal aktivsten Zone Neuseelands. Von unserem Campingplatz aus, direkt am Lake Otareka, haben wir mal wieder eine Nachtwanderung unternommen und sind dabei auf dem Rückweg von einer weiteren Glühwürmchenhöhle auf ein kleines Wallaby gestoßen. Nach einem morgendlichen Bad im See sind wir dann zum Mount Tangarino, dem zweitältesten Nationalpark der Welt aufgebrochen. Den “Herr der Ringe”-Kennern ist der Park vielleicht als “Mordor” und der Mount Tongarino als der “Schicksalsberg” bekannt. Bereits im Infozentrum hat man uns gesagt, dass wir spätestens um 5 Uhr auf dem Parkplatz sein sollten, weil der zu Ostern schnell belegt und dann gesperrt ist. Also haben wir in den sauren Apfel gebissen und sind um 4 Uhr aufgestanden um rechtzeitig den Aufstieg zu beginnen. Und tatsächlich, der Parkplatz war schon gut besucht und das im Stockfinsteren. Warm angezogen und mit Taschenlampen ausgestattet sind wir zur Wanderung (“Mount Tongarino Crossing”) aufgebrochen. Nach knapp 3 Stunden hatten wir dann den Gipfel erklommen. Die Sonne war gerade aufgegangen und hat die umgebenden Berge in sanftes Licht gehüllt. Ein toller Anblick und jede Mühe wert! Nach knapp 10 km ist der Weg aber aufgrund erhöhter vulkanischer Aktivität gesperrt. Nicht schlimm, wir haben im Dunkeln auf dem Hinweg eh nichts gesehen.
Achja, es gibt wieder Neues vom Campervan: Wir stehen auf Kriegsfuß! Diesmal hat eine Maus ihren Weg ins Auto gefunden (das Abflußrohr vom Waschbecken dichtet das Loch im Unterboden nicht ausreichend ab) und haust nun schon seit 2 Nächten zwischen Verkleidung und Bett. Nachts beginnt sie im Auto rumzurennen und hält uns wach. Wir haben alles getan, aber jetzt gibts kein Pardon mehr: 3 Mausefallen, bestückt mit Käse und Keks, stehen verteilt im Van. Der Kampf hat begonnen…![]()
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Der “Ferne Norden” Neuseelands
Back on the road…diesmal in einem Toyota von Lucky Rentals. Alles ein bisschen kleiner und kompakter aber nicht minder gemütlich als in unserem letzten Camper. Zuerst hieß es den “Far North” der Nordinsel zu erkunden.
Unser erstes Ziel war ein Wald voller alter Kauri-Bäume der auch noch Kiwis beherbergt. Klingt toll und ist sicherlich eine Übernachtung wert, dachten wir uns. Die Kauris sind tatsächlich gigantisch und können sich getrost zu den ältesten Bäumen der Welt zählen. Um die Kiwis zu sehen, braucht man schon etwas mehr Glück. Wir haben unser Bestes getan und sind bewaffnet mit Taschenlampen (abgedeckt mit roter Folie um die empfindlichen Kiwis nicht zu blenden) in der dunklen Nacht losgezogen um fast 3 Stunden durch den kalten Wald zu stromern. Gelegentlich hat es im Busch neben uns verdächtig geraschelt…aber gesehen haben wir leider keinen! Naja, es bleiben glücklicherweise noch 4 Wochen.
Unser Weg gen Norden wurde dann jäh unterbrochen. Unser “Lucky Camper” hat uns im Stich gelassen…nach einem langen Telefonat mit dem neuseeländischen ADAC und einer Stunde warten, kam Hilfe. Diagnose: lose Batteriekontakte. Eine Schraube hat gereicht um unser Auto wieder in Ordnung zu bringen. Trotzdem ist die Beziehung zwischen mir und dem Camper bis auf weiteres getrübt!
Vor Sonnenuntergang haben wir es noch bis zu den gigantischen Sanddünen des 90-Miles-Beach geschafft um die Nacht dann am Strand auf dem nördlichsten Campingplatz Neuseelands zu verbringen: idyllisch hinter den Dünen und der Leuchtturm von Cape Reinga ist nur einen Katzensprung entfernt.
Auf unserem Rückweg nach Süden haben wir dann endlich hautnah Bekanntschaft mit den neuseeländischen Schafen gemacht. Mitten auf dem State Highway kam uns verteilt über die ganze Straßenbreite eine Herde von vielleicht 500 Schafen entgegen gerannt. Wir wussten gleich gar nicht, wie uns geschieht, direkt vorm Auto sind sie aber nach rechts auf ihre Weide abgebogen…
Nach einem Umweg über die Bay of Islands haben wir zunächst unsere erste Glühwürmchen-Höhle (man darf die Würmchen übrigens nicht essen) und dann noch das letzte Werk Hundertwassers besucht: eine öffentliche Toilette in Kawakawa. Und nun geht es weiter Richtung Zentrum der Nordinsel.
Willkommen in Neuseeland–Auckland
Während der letzten 3 langen Flüge in den vergangenen 10 Tagen haben wir einige Zeitzonen und nun auch noch die Datumsgrenze übersprungen … und irgendwo dazwischen ist der 18. März völlig verloren gegangen. Der eine Tag, den wir uns in den letzten 7 Monaten mühselig erarbeitet haben! Aber Vergangenem soll man ja bekanntlich nicht hinterherweinen und Grund dazu hatten wir wahrlich nicht. Unsere Ankunft hätte besser nicht sein können: Alex und Garrick standen schon am Flughafen parat um uns in Empfang zu nehmen. Es gibt nichts Schöneres als am anderen Ende der Erde von lieben Freunden in die Arme genommen zu werden. Die folgenden fünf gemeinsamen Tage haben wir dann auch sehr genossen. Kiwi Garrick hat leckeren Lammbraten gemacht (im Austausch haben wir Kartoffelsuppe gezaubert =0) ) und gemeinsam haben wir an einem Reiseplan für die kommenden 4 Wochen getüftelt. Die Stunden zwischen Wein und Essen sind wir quer durch Auckland von Café zu Café geschlendert und haben es dann auch tatsächlich noch zum Wandern auf die naheliegende Insel Waiheke geschafft. Heute sind die beiden nun wieder Richtung Süden aufgebrochen und wir beginnen morgen wieder die Vorzüge des Camperlebens zu genießen…Natur, Natur und noch mehr Natur. Der erste Eindruck lässt viel hoffen. Danke an Alex und Garrick für die wunderschönen Tage.
Von der Osterinsel ging es direkt auf das paradiesische Eiland Tahiti. Zunächst waren wir überrascht, als wir am Flughafen ankamen. Da Tahiti zu Frankreich und somit zur Europäischen Union gehört, gibt es Quasi kein übliches Einreiseprozedere. Merkwürdig, am anderen Ende der Welt die Vorteile des “Schengen Abkommens” zu genießen.
Unsere Pension lag ein paar Kilometer vor der Hauptstadt Papeete. Weit weg vom Trubel hatten wir Quasi einen fast menschenleeren Schnorchel-Strand vor der Haustür. Neben der Erkundung der herrlichen Unterwasserwelt haben wir die Insel mit einen Leihauto umrundet und am letzten Tag den Geburtstag von Christelle (Pensionbesitzerin) auf französisch-tahitianische Art gefeiert.
Wieder waren die 5 wunderschönen Tage viel zu schnell vorbei und etwas wehmütig verlassen wir Tahiti. Dafür werden wir in Neuseeland schon erwartet und freuen uns auf die ersten Gesichter aus der Heimat nach mehr als 7 Monaten!![]()
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P.S.: Wer wegen den weißen Sandstränden nach Tahiti fährt, wird wohl eher enttäuscht werden. Die Bilder im Netz und der Reisekataloge zeigen für gewöhnlich Strände von Nachbarinseln.
Hier sind alle Strände schwarz.
Rapa Nui/ die Osterinsel
5 Flugstunden von der chilenischen Hauptstadt entfernt, findet man sich plötzlich auf einem richtigen Eiland wieder: der Osterinsel. Unsere Unterkunft war famos gelegen: ein Campingplatz direkt am Ozean. Noch im Bett kann man die Brandung hören und vom Ausblick konnte ich sowieso nicht genug bekommen. Darüberhinaus kann man die kleine Insel gut zu Fuß und mit dem Moped erkunden: steile Küsten, Vulkankrater, endlose Wiesen, ein traumhafter Strand ganz abgelegen im Norden und im 360°Blick überall Wasser. Zäune gibt es keine und von der Hupe unseres Mopeds haben sich die unzähligen Pferde und Kühe auf den Straßen nicht irritieren lassen. Nicht zu vergessen die berühmten Steinstatuen, die Moai, über die man an jeder Ecke der Insel stolpert: mal majestätisch aufgereiht, durcheinanderschauend am Berghang, zerbrochen oder umgestürzt an der Küste liegend. Die wenigen Touristen, die sich hierher verirren, kann man an einer Hand abzählen…eine überraschend schöne und erholsame Insel! Und weil es den Insulanern besser gefällt, beginnt die Sommerzeit hier erst im April.
Buenos Aires
Nach 18 Stunden Busfahrt sind wir erstaunlich erholt aus dem Nachtbus gestiegen und haben uns gleich ins Getümmel gestürzt. Schließlich bleiben uns nur 3 Tage um einen Eindruck von dieser Millionenstadt zu bekommen. Im Wissen darum haben wir uns dann die nächsten Tage die Füße wund gelaufen zwischen Hochhäusern, unendlich langen Alleen, Theatern, Kaffeehäusern und Trödelmärkten. Jeder Stadtteil wartet mit seinem ganzen eigenen Charme auf und überall gibt es argentinische Heladerias mit fantastischem Eis und Parrilla (arg. Spezialitäten vom Holzkohlegrill). Als das Wetter uns dann einen Strich durch die Rechnung machen wollte, haben wir uns auf die Museen gestürzt. Besonders schön war das “Museo Nacional de Bellas Artes”, in dem Werke von Rembrandt, van Gogh, Picasso und Gauguin ausgestellt sind.
3 Tage reichen um die Stadt lieben zu lernen aber zum kennenlernen war es definitiv zu wenig. Aber es bleiben uns leider nur noch 2 Wochen in denen wir noch einmal den Kontinent nach Westen durchqueren wollen.
Asuncion, die Hauptstadt Paraguays…
…umgibt sich mit einer ganz eigenartigen Atmosphäre: irgendwas zwischen Verfall und Modernität. Alte koloniale Bauten, ostblockartige Hochhäuser, moderne Geschäftshäuser, alter Backstein und dazwischen viel Grün. Die Bürgersteige sind Stolperfallen und alles sieht aus, als hätte gestern noch ein riesiges Feuer gewütet. Trotzdem ist die Stadt einladend, die Menschen sind nett und schon die Taxifahrt ins Zentrum war ziemlich amüsant.
Neben den drei großen Kolonien Neuland, Fernheim und Loma Plata haben die Dörfer im Chaco so wohlklingende Namen wie Schönbrunn, Karlsruhe und Rosendorf. Da landet man nach einer anstrengenden Fahrt durch die heiße und staubige Steppe des Chacos in Paraguay und alle sprechen deutsch…all die blonden Haare, hellen Gesichter und die norddeutschen Familiennamen so weit weg von zu Hause-ein komisches Gefühl macht sich da breit.
Die Kolonien wurden von Mennoniten gegründet, die ihren Ursprung in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz haben (und aus der Täuferbewegung hervorgegangen sind). Von dort zogen sie nach Russland und später Kanada von wo sie nach politischen Veränderungen zu ihren Ungunsten Expeditionen aussendeten um neues Siedlungsgebiet zu finden. Die paraguayische Regierung sah in den Mennoniten ihre Chance um die unwirtlichen Weiten des Chaco urbar zu machen nachdem bereits viele daran gescheitert waren. Dafür wurde ihnen weitestgehende Autonomie und bspw. Befreiung von der Wehrpflicht versprochen. So kamen sie dann vor über 80 Jahren um die Siedlung Menno (Loma Plata) und später Fernheim und Neuland zu gründen, die Felder zu bearbeiten und Vieh zu halten. Inzwischen sind die Bürger in einer Genossenschaft organisiert, die sich neben dem wirtschaftlichen Erfolg auch um Kranken- und Rentenversicherung, Krankenhaus, Schule, Kultur usw. kümmert. Ein Staat im Staat und eine ziemliche Erfolgsgeschichte wenn man die Wirtschaftskraft und den Zuzug der Kolonien betrachtet. Erstaunlich ist, dass eine Durchmischung mit den Latein-Paraguayern nahezu ausgeblieben ist. Eine interessante Geschichte von der ich bis vor 5 Tagen keinerlei Ahnung hatte. Nicht zu vergessen die eigentlich nebensächlichen Vorteile einer deutschen Kolonie: im Supermarkt gibts Leberwurst
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