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Paraguay, so nah und doch so fern …

Die letzten 4 Tage bestanden eigentlich hauptsächlich aus: Warten auf den Bus, Busfahren und Organisieren der nächsten Busfahrt! Ein kurzer Abriss: Schon in Sucre hat man uns vorgewarnt, dass die nächste Fahrt (nach Camiri) ganz schön aufregend werden wird. Anscheinend fahren auch die meisten Bolivianer wegen der vielen Unfälle und der häufig betrunkenen Busfahrer ziemlich ungern Bus. Aber was machen, wenn man mitten im Nirgendwo sitzt. Wie auch immer, wir fanden uns abends im Bus zwischen schreienden Babys und quirligen Hunden auf unwegsamen Gelände und unbefestigten Straßen wieder. Selbst zwischen Schaltknüppel und Handbremse lag noch das Baby des Fahrers. Nach einer wenig erholsamen Nacht im wackligen Bus bei strömenden Regen ging es dann morgens unbefestigte Serpentinen und enge Kurven am Steilhang entlang durch die letzten Ausläufern der Anden bis wir erleichtert und froh in Camiri angekommen sind-nach fast 15 Stunden Fahrt für knapp 300 km! Nach einer kurzen Fahrt am nächsten Tag waren wir in Villamontes, unserem Ausgangspunkt für die Fahrt nach Paraguay. Nach stundenlangem Suchen haben wir dann den einzigen Bus in unsere Richtung ausfindig gemacht, nur fährt der mitten in der Nacht. Also haben wir aus logistischen Gründen unser klimatisiertes Zimmer mit Pool verlassen und sind ins Hotel neben dem Bahnhof umgezogen…das war mal ne richtige Absteige, aber was will man erwarten, wenn einen die Kakerlaken schon vor der Tür des Hotels anspringen. Notgedrungen haben wir uns dann die Nacht um die Ohren geschlagen um pünktlich 2 Uhr auf dem Bahnhof zu stehen. Nachdem wir schon fast auf unserem Gepäck eingeschlafen waren, kam der Bus dann auch: nach bolivianischer Manier 3 Stunden zu spät. Während der Dämmerung wurden wir fast stündlich aus dem Bus getrieben: Kontrolle der Passagierliste, Ausreisestempel, Kontrolle von irgendwas…so zog sich das bis wir endlich die Grenze nach Paraguay passiert hatten um dann in Reih und Glied anzutreten um zuzuschauen, wie die bewaffneten Grenzer das (ebenfalls in Reih und Glied positionierte) Gepäck durchwühlten: hier hat halt alles seine Ordnung! Mitten auf der einzigen Straße im Chaco, 18 km entfernt von unserem Ziel wollte uns der Busfahrer dann rauswerfen damit wir den Rest laufen (mit 20 kg Gepäck pro Person, bei 35 °C Hitze in der prallen Sonne). Glücklicherweise hat sich jemand gefunden, der uns im Auto zum nächsten Ort mitgenommen hat: Loma Plata- da sind wir nun, in der staubigen Steppe, bei wahnsinniger Hitze und die ganze Stadt spricht deutsch! Smiley
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Sucre

Unser nächstes Ziel nach einer weiteren Fahrt quer durch Bolivien hieß Sucre, “die weiße Stadt”. Dank dem Tipp eines anderen Reisenden haben wir die Annehmlichkeiten der ehemaligen Hauptstadt genossen: das ehemalige deutsche Honorarkonsulat hat uns bei sich “aufgenommen”. Ein herrschaftliches Bett im wunderschönen Gartenhaus umgeben von Blumenbeeten, Vögeln und einem Baumhaus. Zum Mittag im “Kulturcafe Berlin” gab es Currywurst und selbstgemachte Kartoffelpuffer (eine Wohltat nach unserer üblichen Huhn mit Reis oder Pommes Diät). Achja, die Stadt…. wunderschön, kolonial, einladend, fröhlich und ziemlich abgelegen am Rande der Anden. Gerade ist Karneval, was heißt, dass man immer gebückt und in Deckung durch die Straßen bummeln sollte. Überall lauern Wasserbomben und –pistolen! Vor der Weiterfahrt gab es dann noch einen Offroad-Motorradausflug in die Umgebung bevor wir uns nun Schritt für Schritt Richtung Paraguay bewegen.

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Wüste soweit das Auge reicht (Salar de Uyuni und die Atacama)

Nach fast 14 Stunden im Nachtbus von La Paz nach Uyuni im Süden Boliviens sind wir ganz schön zerknittert und gut durchgeschüttelt am Rande der Salzwüste angekommen. Während wir beim Warten auf ein Hotelzimmer auf einer Bank etwas Sonne getankt haben, kamen zwei Argentinierinnen um uns zu überreden mit ihnen die dreitägige Wüstentour zu bestreiten (es braucht wenigstens 6 Personen um einen Jeep voll zu bekommen). Etwas mürrisch habe ich die Aussicht auf ein weiches Bett und eine Dusche aufgegeben und fand mich in einem Toyota zwischen unserem bolivianischem Fahrer/Koch/Guide, 5 argentinischen Studentinnen und Matthias wieder…Glück muss Mann haben!

Am ersten Tag ging es direkt zur Salar de Uyuni. Mit einer 30 m dicken Salzkruste und einer Salzmenge von 10 Milliarden Tonnen ist sie die größte Salzwüste der Welt…und jetzt zur Regenzeit ein riesiger natürlicher Spiegel in dem Wasser, Horizont, Wolken und Berge untrennbar ineinander verschwimmen.

An den beiden folgenden Tage haben wir Lagunen in allen möglichen Farben von grün bis blutrot, aktive Vulkane, die Wüste Atacama, heiße Quellen und Geysire besucht und sind dabei bis an die argentinische und chilenische Grenze vorgestoßen. Diese unwirkliche Welt bietet tausenden von Flamingos und dem Vogel Strauß eine Heimat und war auch schon Salvador Dali eine Inspiration (da sieht man gerne mal von frostig kalten Unterkünften, Bettenlagern und fehlendem Strom ab). 2 platte Reifen haben unseren Aufenthalt in der Wüste dann noch etwas verlängert… halb so schlimm bei so einem Ausblick:

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Puno und der Titicaca-See

Puno, unser letztes Ziel vor der bolivianischen Grenze wartet mit noch mehr Regen und Kälte auf. Aber was will man machen auf fast 4000m Höhe in der Regenzeit…da heißt es alles anziehen, was die Kraxe zu bieten hat und auf zum Titicaca-See! Zwei Tage waren wir mit einem Motorboot auf dem See (übrigens das höchstgelegene kommerziell schiffbare Gewässer der Welt) unterwegs und sind nachts in einer Gastfamilie untergekommen. Der erste Tagespunkt war eine der Otursa-Inseln, das sind schwimmende Inseln komplett auf und aus Schilf errichtet. Kurz bevor wir die nächste Insel, Amantani erreicht haben, hat der Motor seinen Dienst versagt. Da trieben wir dann für eine halbe Stunde auf dem Titicaca-See bei nicht geringem Wellengang. Glücklicherweise konnte der Kapitän alles reparieren bevor mir wieder einfiel, dass ich ziemlich schnell seekrank werden kann… Auf Amantani sind wir dann zu den Bergen “Pacha Tata” und “Pacha Mama” aufgebrochen um zuzuschauen wie die Einheimischen ein Fest zu Ehren von Mutter und Vater Erde abhalten. Bei Bier und Tanz ging die Feier dann am Abend im Gemeindehaus weiter. Dafür mussten wir uns in die traditionellen Kleidung hüllen….naja, was tut man nicht alles. Am nächsten Tag haben wir noch Taquille besucht – die Insel der strickenden Männer – bevor wir wieder zurück nach Puno geschippert sind.

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Cusco und der lange Weg zum Machu Picchu

Nach einer langen Nachtfahrt hat uns Cusco, die ehemalige Hauptstadt der Inka, mit Regen und unerwarteter Kälte empfangen. Eingepackt in Regenjacke und Wollmütze haben wir die kleinen, steilen und verwinkelten Gassen und Häuser, erbaut auf den alten Fundamenten aus der Inkazeit, erkundet. Es gibt viel zu sehen in dieser gemütlichen Stadt aber leider auch Horden von Touristen (und das, obwohl gerade Nebensaison ist). Erschrocken über die entsprechenden Preise (utopisch für Peru, eine Zugfahrt nach Macchu Picchu kann über 300 USD kosten!) haben wir uns für die preiswerte Variante entschieden: eine 4-tägige Wanderung durch das Heilige Tal der Inka. Zugegeben, am ersten Tag mussten wir nicht wandern. Dafür Mountainbiking von 4200m auf ca 1200m ins Tal. Klingt gut, war aber im Dauerregen ganz schön strapaziös, so dass wir bis auf die Knochen durchgeweicht nach 1 Stunde abbrechen mussten. Bei heißer Suppe und einem Fußballspiel gegen die Lokalmatadore am Abend konnten wir uns dann aber gut stärken für den 2. Tag. Ungefähr 21km sind wir von St. Maria nach St. Teresa gewandert. Bergauf, bergab, durch Dschungel, vorbei an Coca-Plantagen über Flüsse und Quellen bis wir uns am Abend in heißen Quellen am Fuße der Berge erholen konnten. Am nächsten Tag sind wir dann nach Aqua Calientes aufgebrochen, unserem Nachtquartier vor dem Aufstieg zum Machu Picchu. Dort angekommen hieß es zeitig ins Bett um am letzten Tag morgens um 4.30 Uhr loszulaufen. Nach einem richtig anstrengenden einstündigen Aufstieg zu den Toren der Ruine hatten wir es dann geschafft: Punkt 6 Uhr standen wir ganz vorne in der Schlange und waren praktisch die ersten der täglich 2500 Besucher. Fast eine Stunde lang konnten wir den atemberaubenden Blick auf die noch menschenleeren Ruinen im Schatten der umgebenden Berge bewundern: Machu Picchu, eines der 7 neuen Weltwunder und Ziel unserer Wanderung! Danach hat sich auch ganz schnell der Nebel breit gemacht, was allem einen etwas mysteriösen Anstrich verliehen hat. Ein einzigartiger Moment, den man mit Worten kaum beschreiben kann…

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Der Colca-Canyon bei Arequipa

Von der heißen Wüste Nazcas aus sind wir im Nachtbus nach Arequipa gefahren. Nach einem ausgiebigen Bummel durch “die weiße Stadt” sind wir zu einer zweitägigen Trekkingtour in das Colca-Tal aufgebrochen. Morgens um halb drei haben wir unser warmes Bett gegen einen Kleinbus getauscht und sie über einen schneebedeckten Pass auf fast 5000 Höhenmetern nach Chivay und von dort die Berggipfel entlang bis zum Cruz del Condor gefahren. Von dort aus kann man Kondore mit einer Spannweite bis zu 3 Metern über den Canyon entlang gleiten sehen. Um 9 Uhr sind wir dann hochmotiviert in die Schlucht aufgebrochen. Mit einer Tiefe von 1200m (von der Schluchtkante aus) ist der Colca-Canyon der zweittiefste der Welt. Von den Berggipfeln aus beträgt seine Tiefe sogar mehr als 3000m! Am ersten Tag sind wir bis zum Fuß der Schlucht, dem Rio Colca, gewandert (mit zum Schluss schon ganz schön wackligen Knien) um uns dann im Tal Alpaca-Geschnetzeltes und Suppe schmecken zu lassen. Dann ging es wieder bergauf und an den Hängen entlang durch die entlegenen Dörfer. Zwischendrin haben wir ne Menge Kaktusfrüchte, Kräuter und wilde Birnen vertilgt ehe wir zum Sonnenuntergang in einer kleinen “Oase” am Rande des Flusses angekommen sind. Nach dem Abendbrot sind wir dann umgehend in einem altem Stall ins Bett gefallen. Halb fünf Uhr morgens kam dann der anstrengendste Teil der Wanderung. Bei langsam aufgehender Sonne hieß es die 1000 Höhenmeter des Canyons wieder nach oben kraxeln. Nach 2,5 Stunden hatten wir das geschafft und nach einer kurzen Wanderung durch die grünen Terrassen der Bergdörfer haben wir uns bei einem ausgedehnten Frühstück erholt. Im Bus haben wir dann noch einige der Dörfer besucht um dann kurz nach dem Pass Richtung Arequipa auf eine riesige Herde Alpacas zu stoßen. Ein wunderschöner Ausflug in beeindruckender Landschaft! Zurück in Arequipa haben wir schnell unser Gepäck geschnappt und sind mit dem Nachtbus Richtung Cuzco aufgebrochen.

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Die Oase von Huacachina

Der Weg zur Oase in der peruanischen Wüste war am Neujahrstag ganz schön beschwerlich. Nach viel zu kurzer Nacht viel zu früh aufgestanden…dumm nur, dass alle Busfahrer noch in ihren Betten lagen. Also haben wir im Busbahnhof fast 6 Stunden auf unseren Bus gewartet. Nach 4 Stunden Busfahrt kamen wir dann ziemlich müde in Huacachina an. Die Schönheit der Oase erschloss sich uns dann erst nach Sonnenaufgang. Ein See umgeben von Palmen und Sanddünen, dazwischen ein paar nette Hotels und Cafes. Nach ein bisschen Entspannung und dem gescheiterten Versuch, die Dünen zu Fuß zu erklimmen (FlipFlops im kochendheißen Wüstensand waren ne ganz schön blöde Idee) sind wir mit einem Buggy in die Wüste aufgebrochen. Nach einigen waghalsigen Fahrmanövern hieß es dann Brett an die Füße schnallen und auf zum Sandboarding…Außer auf dem Bauch, war das Vorankommen aber eher mühseelig. Trotzdem ein tolles Erlebnis, gekrönt vom Sonnenuntergang in der Wüste.
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Lima: Feliz y bueno ano nuevo

Wir wünschen allen ein glückliches, gesundes und spannendes neues Jahr!
Zum Ausklang des alten haben wir uns bei einem Stadtbummel durch die koloniale Altstadt von Lima die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und um Mitternacht bei BBQ in geselliger Runde das Feuerwerk von unserer Dachterrasse aus genossen. Dafür, dass die Peruaner (und Lateinamerika im allgemeinen) zu jeder passenden (und unpassenden) Gelegenheit Böller und Raketen zünden, haben sie sich zu Sylvester ganz schön zurückgehalten. Vielleicht ist zum Jahresende das Kontingent schon erschöpft gewesen. Zwinkerndes Smiley

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PS: in der hostelinternen Kickermeisterschaft (mixed double) hat Deutschland überlegen Argentinien mit 10:3 und Japan mit 10:2 besiegt!

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Huanchaco

Vielen Dank für alle Weihnachts-/ Neujahrs-/ und Geburtstagsgrüße. Wir haben den zweiten Weihnachtsfeiertag und unseren Abschied von der Rancho Santana damit verbracht eine fette Ente eigenhändig zu fangen, schlachten, rupfen, braten und mit Klößen und Milchreis zu genießen…hmmm. Am 27. hieß es dann Abschied nehmen um nach Huanchaco aufzubrechen. Neben einem Ausflug in die historische Altstadt und das undurchschaubare Verkehrschaos von Truijllo haben wir zwei Tage zwischen Surfern und Jenen, die es noch werden wollen am Strand verbracht und die lokale Spezialität “Ceviche” genossen…roher Fisch in Zitrone mit haufenweise Zwiebeln…klingt komisch, ist aber lecker! Cocktails und Sonnenuntergang haben dann noch Matthias den 30. versüßt…

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Pacora: Hand gegen Koje

Nach unserem Ausflug in die Berge von Chachapoyas haben wir den Nachtbus nach Chiclayo genommen. 9 Stunden Fahrt im Bus mit Bordservice, Abendbrot, Kinoprogramm und die wohl gemütlichsten Sitze…da ging die Nacht ziemlich schnell um. Dort angekommen sind wir ins 1 Stunde entfernte Pacora weiter gereist. Eigentlich wollten wir nur einen kleinen Stopp machen, um auf dem Rücken von peruanischen Pasopferden die naheliegenden Pyramiden der Vorinka-Zeit zu besichtigen. Die “Rancho Santana” hat`s uns dann aber angetan und nach einigen Überlegungen haben wir entschieden bis zu den Weihnachtsfeiertagen auf dem Bauernhof bei Andrea (eine Schweizerin) und Manuel (ihrem peruanischen Ehemann) zu bleiben. Schließlich mag es ja jeder ein bisschen gemütlich zu Weihnachten Zwinkerndes Smiley. Mit noch wundem Hinterteil von unserem 5-stündigen Ritt in den nahegelegenen Trockenwald verbringen wir nun unsere Tage zwischen 11 Pferden, 5 Hunden, 3 Katzen, 4 Kühen, Enten, Hühnern und Robin dem Ziegenbock! Für freies Essen und Unterkunft helfen wir mit, wo wir können. Das heißt Sähen, Umgraben, Wasserstellen bauen, Einkaufen, Kochen, Tiere versorgen, Kokosnüsse und Mangos ernten…usw.

Die nächsten 2 Wochen wird es also keine neuen Städte und Ruinen zu sehen geben…wir halten euch aber über unseren Alltag auf dem Hof auf dem Laufenden.

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