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Asien

MYANMAR: Yangon (Rangun)

Da sind wir nun in einem Land, an dessen Grenzen noch immer Bürgerkrieg herrscht, das für mehrere Jahrzehnte Ausländern nicht zugängig war. Seit 2010 kann man als Tourist das Land wieder bereisen (wobei viele Regionen davon ausgenommen und abgeriegelt sind). Man fühlt sich auch ziemlich alleine hier. Keine Touristenhorden mit Kameras, wenige Hotels, keinerlei touristische Infrastruktur. Der Nahverkehr bleibt einem ein Rätsel, weil Straßen nicht ausgeschildert sind und man die Busnummern nicht entziffern kann. Man stolpert über die Bordsteine, watet mitten in der ehemaligen Hauptstadt durch Schlamm, die Hochspannungskabel liegen im Wasser und die Häuser wackeln, wenn ein Bus vorbeifährt. Aber die Menschen lächeln einen unentwegt an, grüßen wenn man vorbeikommt, schenken einem gegrillte Heuschrecken und helfen den richtigen Weg zu finden, auch wenn sie dafür kilometerweiße mit einem durch den Matsch laufen müssen. Ja, Matsch gibt es hier zur genüge: Jeden Tag regnet es mittags und abends unentwegt, in den Pfützen leben sogar Kaulquappen. Eine katastrophale Stadt voller netter Menschen.
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Im strömenden Regen haben wir uns mit dem Taxi zur Shwedagon Paya aufgemacht, der heiligsten buddhistischen Stätte im Land. Schon von weitem sieht man die goldene Pagode mit Relikten früherer Buddhas über der Stadt thronen. Nachdem man sich der Schuhe entledigt (und in Matthias Fall ein kariertes, rockartiges Gewand um die Hüften gebunden) hat, kann man mit den anderen Pilgern um die von unzähligen Tempeln umgebene Pagode wandeln: stillecht auf Marmor und im Uhrzeigersinn.
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Beeindruckend war auch eine Zugfahrt rund um die Stadt. Mit 5 km/h bummelt man vorbei an Reisfeldern, notdürftigen Behausungen und überschwemmten Vororten. Und bei jedem Blick aus dem Fenster grinsen einen die weißbemalten Gesichter der Birmaninnen an. Und da wir nun einmal im Zug saßen (nachdem uns der Schalterbeamte nicht nur zum Zug gebracht sondern auch noch im Waggon platziert hat), haben wir die Gelegenheit genutzt und die weißen Elefanten von Yangon besichtigt. Im buddhistische Glauben symbolisiert der Besitz eines weißen Elefanten allumfassende Herrschaft. Jeder König war also erpicht, einen solchen Elefanten sein Eigen zu nennen. Die Königselefanten hatten eine ganze Heerschar von Bediensteten, Tröge aus Gold und eigene Tänzerinnen. Soviel Luxus genießen die weißen Elefanten heute nicht mehr. Gut, weiß sind sie auch nicht, eher rosa bis gelblich. Und ob es echte Königselefanten waren, konnten wir auch nicht testen (Merkmal: 5 Zehennägel statt 4 und wenn man sie mit Wasser übergießt sollten sie rot werden). Von einem buddhistischen Mönch wurden wir in die allergröbsten Grundzüge des Buddhismus eingewiesen, haben an ein paar Ritualen teilgenommen und den Familienbuddha mit Goldblättchen beklebt. Mal schauen, was die nächsten Wochen in diesem Land noch alles bringen.
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One reply on “MYANMAR: Yangon (Rangun)”

…wenn man den Elephant ein bisschen aufpoliert, dann überstrahlt er mit seiner leuchtend weißen Farbe sicherlich die ganze Umgebung. 🙂

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