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Asien

Von Chau Doc über My Tho nach Mui Ne…

Die Sehenswürdigkeiten machen sich etwas rar in Vietnam, dafür ist das Leben an sich schon eine Sehenswürdigkeit. Genauso chaotisch wie die Städtenamen anmuten, gestaltet sich der Alltag. In der Grenzstadt Chau Doc haben wir festgestellt, dass praktisch niemand auch nur ein einziges Wort Englisch spricht. Prompt haben wir fast 4 Stunden gebraucht um ein Hotel zu finden, Geld zu wechseln und Bustickets zu kaufen. Auch die Menschen sind von einem ganz eigenen (etwas gewöhnungsbedürftigen) Schlag. Während man beim Abendbrot am Mekong sitzt, spukt die Kellnerin (mit der Inbrunst eines Zeche-Kumpels) hinter einem die ganze Zeit in den Fluss. Kurz vor und nach Sonnenuntergang sieht man die meisten nur noch im Schlafanzug über die Straßen laufen. Eine hat beim Gang über die Kreuzung gleich auf ihr Oberteil verzichtet und ist oben ohne durch die Stadt gewandelt. Nicht zu vergessen der öffentliche Nahverkehr: Statt Taxis stehen Mopeds parat um einen samt Gepäck ins Hotel zu befördern. Die Busfahrten sind absolute Geduldsproben. Halbstündlich wird Pause gemacht, der Reifen gewechselt oder der Motor gekühlt. Alles, was Platz wegnimmt (wie Armlehnen) ist abgeschraubt. Dafür finden im vollen Bus auch noch 15 Leute im Gang sitzend Platz. Kinder schreien und schlagen mit leeren Flaschen auf unsere Köpfe, die Leute Rauchen und werfen die Kippen mitten in den Gang, alles isst und kleckert, die Kraxen werden kurzerhand zu Tischen für Kuchenverkäufer und weil unter den Sitzen Reissäcke liegen, muss man 8 Stunden lang die Knie bis zum Kinn anziehen. Wie zur “Wiedergutmachung” habe ich ein aus Geldscheinen liebevoll gefaltetes Herz geschenkt bekommen-von einem vietnamesischen Soldaten.
Nach ein paar anstrengenden Busfahrten sind wir nun an der Küste in Mui Ne angekommen und genießen die frische Brise am Meer. Matthias konnte seine Liste kulinarischer Extravaganzen um gegrillte Kobra mit Zitronengras ergänzen. Zum Ritual gehört auch, dass man das frische Blut der Kobra mit Wodka trinkt und das noch schlagende Herz roh verzehrt…Prost!
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One reply on “Von Chau Doc über My Tho nach Mui Ne…”

Kulinarisch kann euch echt keiner mehr das Wasser reichen. Ich sag nur: Igitt! 🙂 Ich habe mein Tuch an deinem Hals entdeckt und gehofft, dass es dir Glück gebracht hat, bei der halsbrecherischen Fahrt auf dem Moped. LG Alex

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