Nach einer schier endlosen Fahrt durch Wyoming und kurzem Stopp in Cody ging es endlich in den Yellowstone Nationalpark. Nachdem wir unser erstes Nachtlager in Bridge Bay erreicht hatten, wollten wir am Abend noch etwas wandern. Also auf zur Natural Bridge und zum Pelican Lake. Vom Auto aus sind die freilebenden Bisonherden ja ganz nett anzuschauen. Aber schon bei der ersten Wanderung mussten wir feststellen, dass so ein bisschen Autoblech ne Menge Sicherheit bietet. Auf dem Rückweg von der Naturalbridge kamen uns zunächst aufgeregte Besucher und hinterher ein Koloss von Bison auf dem Wanderweg entgegen…was nun? Panischer Rückzug und Flucht über einen Steilhang in den dichten Wald… so reagieren Frauen. Männer bleiben lässig am Rand stehen und harren dem, was da kommt. Das Bison ist dann völlig unbeeindruckt nach links abgedreht.
Am nächsten Tag ging die Wanderung nach einer kurzen Fahrt Richtung Norden über endlose Weiden, durch dichten Wald, zu versteckten Bergseen, entlang am Canyon und Wasserfällen. Alles dabei, was den Osten des Yellowstone Parks so unvergleichlich schön macht. Am abendlichen Lagerfeuer hat uns dann ein Camper erzählt, dass auf eben unserer Wanderstrecke letztes Jahr zwei Wanderer von Bären getötet worden sind (was heute nur noch selten vorkommt, in den 60er und 70ern aber bis zu 50mal im Jahr!). Meine Wanderlust war plötzlich dahin. Die Option mich totzustellen, scheint mir nicht ausreichend hilfreich im Kontakt mit einem Grizzlybär!
Schön war es trotzdem und ab hier wird es dann auch etwas weniger wild.